VELOSZENE SCHWEIZ 10/98

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Karbon-Bahnvelo
Davon hatte Bahnspezialist Beat Meister während seiner Aktivzeit immer geträumt: Ein Pendant seines selbst konstruierten, ultraflachen Stahlbahnrades in leichter Karbon-Monocoque-Bauweise. Andi Walser hat diesen Traum in die Realität umgesetzt; Franco Marvulli und Karin Möbes haben mit der Traummaschine auf der Bahn und im Triathlon bereits nationale Meisterehren errungen. Walser ist stolz auf seine Eigenbauten, dessen Rahmen er in acht stündiger Handarbeit selber anfertigt. Das Geheimnis der grossen lateralen Festigkeit des Karbon-Verbundes sieht der Wetziker in der Konstruktionsweise. Walser laminiert seine Rahmen in einem Stück - im Gegensatz zur Konkurrenz, deren Modelle aus zwei zusammengefügten Schalen bestehen. Die Folge: erhöhte Steifigkeit bei leichterem Gewicht und erst noch zusätzlicher Fahrkomfort, da der Faserverlauf des Rohkarbons besser auf die Kräfteverhältnisse im Rahmen ausgerichtet werden können. Das Rahmengewicht variiert zwischen 0,8 und 2,5 Kilo, je nach Grösse, Gewicht und Fahrstil des Kunden. Der Preis beträgt rund 4'500 Franken, die Lieferfrist beträgt indes vier Wochen.Infos: Andi Walser, Schneggstrasse 24, 8620 Wetzikon, Tel. 01 932 21 12.

24-Stunden-Rekord
An der sechsten Austragung des 24-Stunden-Rennen in Schötz LU gab es ein Weltrekord-Festival: Sowohl Hansruedi Keller (Kleindöttingen) als auch Brigitte Schoch (Aarau) verbesserten bei guten äusseren Bedingungen die von ihnen gehaltenen Bestmarken - trotz je einem Sturz. Keller legte 961,62 Kilometer zurück, was einem Stundenmittel von 40,2 km/h entspricht. Schoch erreichte in der gleichen Zeit eine Distanz von 880,68 Kilometer. Bei ihr stellte sich zudem am folgenden Tag heraus, dass sie nach dem Sturz einige Stunden mit einem gebrochenen Schlüsselbein gefahren war. 1999 will OK-Präsident Franz Kunz diesen Anlass international ausschreiben.

Innovation
Diversifikation und Expansion: Für Marc Wehrli und Daniel Weibel keine Fremdwörter. Die beiden Inhaber der innovativen Bike-Schmiede Futec haben ihre Entwicklungs- und Produktionsstätte in Muttenz massiv ausgebaut. Als Folge davon können die Jungunternehmer ihre Bikes nun zu 70 Prozent selber herstellen und haben auch ihr Sortiment ausgebaut. Neben dem Vollfederbike «Extasy», das am European Bicycle Contest 1997 den dritten Platz und das Prädikat «Bestes reinrassiges Mountainbike» gewonnen hatte, kommen drei weitere Bike-Modelle und ein vollgefedertes Rennrad auf den Markt. Dazu entwickelt und produziert Futec edle Sattelstützen, Federgabeln und, in Zusammenarbeit mit Gery Peyer vom Suspension Center Riggisberg, ein neuartiges Federelement fürs Hinterrad. Die Zusammenarbeit mit der Villiger Fahrrad AG für Prototypen, Ingenieering, Entwicklung und Teilefertigung unterstreicht die Kompetenz von Futec. Als nächsten Schritt wollen die Basler nun ihr Händlernetz ausbauen. Informationen unter www.futec-bikes.com, Tel. 061 463 17 70, Fax 061 463 17 71.

Neues Konzept
Ehrgeizige Ziele hat sich die Führung der Grenchner Firma «BMC - the bike concept» gesteckt. Wie anlässlich eines Händlermeetings in Lenzerheide zu vernehmen war, will die Geschäftsleitung so schnell wie möglich zu den grössten fünf Fahrradlieferanten in der Schweiz aufsteigen. Dazu wurde die Belegschaft vergrössert, damit vor allem im administrativen Bereich kürzere Durchlaufzeiten realisiert werden können. Denn das Ziel soll vor allem mit einer tadellosen Kunden- und Händlerbetreuung erreicht werden. Auch die Modellpalette wurde kräftig überarbeitet. Unter dem Motto «Leichte Bikes für wenig Geld», bietet BMC beispielsweise ein Einsteiger-Bike an, das trotz des rekordverdächtig geringen Gewichts von nur 9,3 Kilo für unter 1'000 Franken zu haben ist. Im mittleren und oberen Preissegment steht die Individualität im Vordergrund. Zu einem reellen Preis soll der Kunde sein Bike oder Rennvelo selber zusammenstellen können. Dazu konzentriert sich BMC weiter auf Nischenprodukte wie hochwertige Tandems. Informationen: www.bmc-racing.com, Tel. 032 652 04 84.

Power-Leckerli
Ob die Basler Leckerli dazu beigetragen haben, dass Marcia Eicher international mitzuhalten vermag, wissen wir nicht. Sie hat sich aber an der Weiterentwicklung dieser süssen Basler Spezialität beteiligt. Herausgekommen ist ein Power Leckerli, mit zehn Vitaminen sportlergerecht ergänzt. Zudem wurde ihre Grösse auf einen mundgerechten Umfang reduziert. Diese neuen Leckerli sind in Dosen zu 500 Gramm erhältlich beim Läckerli-Huus, Gerbergasse 57, 4001 Basel. Tel. 061 261 23 22. Fax 061 261 30 10. Zu jeder Dose werden kleine Frischhaltebeutel für unterwegs mitgeliefert.

"Rookie of the year"
Der Schweizer Andreas Clavadetscher war dieses Jahr ein erfolgreicher RAAM-Finisher (Race Across America). Dieses über 4'600 Kilometer von Irvine (Kalifornien) nach Savannah () führende Rennen gewann der Amerikaner Gerri Tatrai. Clavadetscher lag im Ziel nur 19 ½ Stunden zurück und wurde mit einer Zeit von 9 Tagen, 7 Minuten und 53 Minuten "Rookie of the year" - eine Auszeichnung, die dem erfolgreichsten Neuling vergeben wird. Zwar verfehlte der Vaduzer sein Ziel (Podestplatz), dennoch ist sein sechster Schlussrang als sehr gut einzustufen. "Meine Leistung wurde mit jener des Östereichers Wolfgang Fasching 1996 verglichen", sagte Clavadetscher nach dem Rennen - und Fasching wurde dieses Jahr Zweiter. "Es hat sich gezeigt", so der Ex-Profi weiter, "dass Erfahrung die halbe Miete ist." Er habe sich ein falsches Fahr- und Schlafkonzept vorbereitet, dazu scheuerte er sich bereits nach einem Drittel der Distanz den Hinterteil wund. Erst wollte er das RAAM bereits aufgeben, dank einer antibiotischen Salbe besserte sich sein Zustand aber wieder. Sein Kommentar: "Wenn ich das Geld zusammenbringe, möchte ich 1999 unbedingt wieder starten - mit längeren Fahrphasen und Schlafzeiten. Zudem möchte ich mir zu Nutzen machen, dass ich während rund 40 Stunden ohne Schlafbedürfnis fahren kann." In der Zwischenzeit möchte Clavadetscher mit Dia-Shows über seine Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Interessierte Vereine und Organisatoren können sich direkt mit dem Fahrer in Verbindung setzen. Kontaktadresse: Andreas Clavadetscher, Eggasweg 6, 9490 Vaduz. Telefon 075 232 87 01.

Unter der Haube
Für einmal liess sich das Brautpaar Roland Schätti und Andrea Rohner im Auto chauffieren und verzichteten auf das Rennrad. Schliesslich gaben sie sich am 11. Juli 1998 um 13 Uhr in der reformierten Kirche in Kappel am Albis das Ja-Wort. Unter den Gästen hatte es allerdings nicht allzu viele Rennfahrerkollegen, denn am gleichen Samstag war ein Radrennen. Dafür sorgte ein Grossaufgebot seines Sponsors Romer's Hausbäckerei und zahlreiche Radquer-Helfer für Stimmung. VELO wünscht dem Brautpaar alles Gute für die Zukunft.

Europameister
Hinter Schrittmacher René Aebi wurde Neoprofi Hanskurt Brand in Forst (GER) erstmals Europameister bei den Stehern. Der Berner Oberländer setzte sich im Final über sechzig Minuten auf der 400-Meter-Bahn gegen die Holländer Ronald Rol und Patrick Korps durch. Zuvor wurde der nun bei Olympia Dortmund fahrende Brand zweimal EM-Zweiter.

Interview mit Roland Meier

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