Rennbericht
1. Lauf Swiss Bike Marathon Series 2015
Elsa Bike Trophy, Estavayer-le-Lac
14. Juni 2015

 

Freiburghaus schlägt Hueguenin im Sprint

Spannender Auftakt der diesjährigen Swiss Bike Marathon Series an der Elsa Bike Trophy: Der Eliminator-EM-Bronzemedaillengewinner von 2013, Sepp Freiburghaus, gewinnt den Sprint einer Vierergruppe vor Co-Favorit Jérémy Huguenin, Lukas Winterberg und Lukas Buchli. Bei den Frauen ist Ariane Kleinhans die Schnellste.

Unter dem Tempodiktat von Freiburghaus vermochte sich das Quartett früh vom Rest abzusetzen. Immer, wenn das Tempo etwas zurückging, setzten sich entweder Freiburghaus oder Huguenin an die Spitze und trieben es wieder hoch. So hatten weder Hansueli Stauffer, der zunächst ebenfalls der Spitzengruppe angehörte, noch das Duo Konny Looser und Xavier Dafflon oder die weiteren Verfolger, die in kleinen Grüppchen um den Anschluss an die Spitze kämpften, eine Chance wieder aufzuschliessen.

«Die Regel an der Elsa Bike Trophy ist simpel: An jeder Steigung wird das Tempo verschärft. Diejenigen, die das am längsten aushalten, fahren am Schluss um den Sieg», fasst der Neuenegger Freiburghaus seine Taktik zusammen. «Als ich fünf Kilometer vor dem Ziel noch immer an der Spitze war, wusste ich, dass ich den Sieg holen kann. Ich bin gut in Form und die Strecke sagt mir zu», erklärte Freiburghaus, der in Estavayer zum ersten Mal die Langdistanz (60 km) fuhr. 2007 und 2012 hatte er das Rennen jedoch schon auf der Kurzdistanz (30 km) gewonnen.

Der zweitplatzierte Jérémy Huguenin zeigte sich glücklich, auch wenn er dem Sieg sehr nahe war. «Nach meiner schweren Knieverletzung, die ich mir im Winter bei einem Skiunfall zugezogen hatte, grenzt es an ein Wunder, dass ich hier überhaupt fahren konnte. Ich hatte lediglich drei Strassenrennen in den Beinen, konnte aber noch kein einziges Bike-Rennen bestreiten. Das es gleich so gut läuft, stimmt mich zuversichtlich», sagte der Romand aus Neuchâtel.

«Es war einer zuviel fürs Podest. Deshalb war das Rennen an der Spitze so unruhig. Jedesmal, wenn einer am Schluss nicht ganz dran war, wurde es besonders hart», hatte Lukas Buchli beobachtet, dem am Ende der undankbare vierte Rang blieb. Auch wenn eine leise Enttäuschung mitschwinge, so sei er doch sehr zufrieden mit seiner Leistung. «Diese Strecke liegt mir eigentlich nicht. Dennoch konnte ich mit den Besten mithalten. Das stimmt mich zuversichtlich für die Schweizer Meisterschaft, die in einer Woche in Evoléne stattfindet», sagte Buchli.

Bei den Frauen musste Vorjahressiegerin Milena Landtwing  Ariane Kleinhans den Vortritt lassen – wie schon 2013, als die Elsa Bike Trophy als Schweizer Marathon-Meisterschaften ausgeschrieben war. «Es lief bei mir ausgezeichnet. Im Hinblick auf die bevorstehenden Schweizer und Weltmeisterschaften war ich drei Wochen im Höhentrainingslager. Dennoch hatte ich heute super Beine», zog Kleinhans eine positive Bilanz.

Landtwing sagte: «Mir war es heute zu heiss. Bis ich meinen Rhythmus fand, war Ariane bereits über alle Berge.» Dritte wurde Florence Darbellay aus Neuchâtel.

Resultate
Herren (60 km): 1. Sepp Freiburghaus (Neuenegg) 2:22:46. 2. Jérémy Huguenin (Neuchâtel) 0:01. 3. Lukas Winterberg (Roggliswil) 0:02. 4. Lukas Buchli (Samedan) 0:03. 5. Konny Looser (Hinwil) 5:09. 6. Xavier Dafflon (Arvry-sur-Matran) 5:10. 7. Jonas Baumann (Laupersdorf) 8:23. 8. Oliver Zurbrügg (Lauterbrunnen) 9:00. 9. Lucien Besancon (Safenwil) 9:03. 10. Stephane Monnet (Miège) 9:04.

Frauen (60 km): 1. Ariane Kleinhans (Thun) 2:45:27. 2. Milena Landtwing (Pontresina) 5:20. 3. Florence Darbellay (Neuchâtel) 7:56. 4. Nadia Walker (Altdorf, UR) 11:01. 5. Michèle Wittlin (Lostorf) 11:34.

Herren (30 km): 1. Mikael Stunzi (Grüsch) 1:08:59. 2. Silvan Kälin (Unteriberg) 1:44. 3. Jonas Roth (Menzingen) 1:49. 4. Adrian Muri (Schenkon) 1:54. 5. Thomas Rusch (Appenzell) gl. Zt.

Frauen (30 km): 1. Ilona Chavaillaz (Sommentier) 1:19:12. 2. Léna Mettraux (Echallens) 4:21. 3. Erika Specht (Appenzell) 4:22. 4. Linda Muther (Port) 6:33. 5. Charlie Frangière (Vuadens) 7:19.


Sechs Prüfungen zählt die Swiss Bike Marathon Series, die seit 1996 besteht. Auf den maximal 554 Kilometern gilt es kraftraubende 19`366 Höhenmeter in den schönsten Regionen der West-, Zentral- und Südostschweiz zurückzulegen. An den beiden teilnehmerstärksten Prüfungen innerhalb der grössten Schweizer Bikemarathon-Serie, am Nationalpark Bike Marathon in Scuol und am Iron Bike Race in Einsiedeln als Finalrennen, starten jeweils 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die o-tour in Alpnach zählt auch in diesem Jahr zur Marathon-Weltserie des Radweltverbandes. In der Vergangenheit haben namhafte Fahrer wie der dreifache Marathon-Weltmeister Christoph Sauser, der zweimalige Schweizermeister und viermalige Serien-Gesamtsieger Urs Huber, sowie der frühere Schweizermeister und Gesamtsieger der Jahre 2010 und 2012 die Teilnahme in ihren Rennkalendern vorgemerkt. Huber und Buchli gehören erneut zu den Topfavoriten auf den Gesamtsieg, da Sauser nach der WM seinen Rücktritt angekündigt hat. Veranstalterin der Serie ist seit diesem Jahr die Chassot Concept, die auch für die Organisation der Elsa Bike Trophy und der Tour de Romandie verantwortlich zeichnet.

Die 6 Läufe der Swiss Bike Marathon Series
14.06.2015, Elsa Bike Trophy, Estavayer-le-Lac/FR
Sieger/Leader: Sepp Freiburghaus, Ariane Kleinhans
28.06.2015, Frigaz BerGiBike, Fribourg/Bulle/FR
16.08.2015, Eiger Bike Challenge, Grindelwald/BE
29.08.2015, Nationalpark Bike Marathon, Scuol/GR
13.09.2015, o-tour bike Obwalden, Alpnach/OW
27.09.2015, Iron Bike Race, Einsiedeln/SZ
Zwischenstand Swiss Bike Marathon Series: Link

Freiburghaus gewinnt vor Huguenin.
Siegerin Ariane Kleinhans.
Ideale Bedingungen und malerische Aussicht.
Früher Angriff Freiburghaus.
Huguenin (li), Winterberg.
Sepp Freiburghaus.
Sepp Freiburghaus.
Verfolgergruppe.
Huguenin, Stauffer, Buchli, Winterberg.
Huguenin.
Spitzengruppe.
Buchli vor Freiburghaus.
Looser.
Dafflon.
Stauffer.
Landtwing.
Podium Herren: Huguenin (2.,li), Sieger Freiburghaus, Winterberg.
Podium Frauen: Landtwing (li. 2.), Siegerin Kleinhans, Darbellay.
SBMS-Leader: Jacques Haesler (li.), Freiburghaus, Kleinhans. Mitteldistanz:Ilona Chavaillaz, Silvan Kälin (re.).