Anna Weinbeer und Martin Fanger überlegene Sieger des Nationalpark Bike-Marathons
Die Königsdistanz des Nationalpark Bike-Marathons über 141 Kilometer und 3848 Höhenmeter mit Start und Ziel in Scuol wurde durch frühe Vorentscheidungen und klare Siege geprägt. Es gewinnt zum zweiten Mal nach 2020 Martin Fanger, vor Urs Huber und Frans Claes. Bei den Frauen ist Europameisterin Anna Weinbeer die Schnellste vor Alessia Nay und Maria Cristina Nisi.
Im Rennen der Männer fiel die Entscheidung auf der Vallader-Strecke (141 km) nicht erst wie vorher oft in der zweiten Rennhälfte am Chaschauna-Pass, der mit 2700 Metern Höhe das Haupthindernis der Runde darstellt. Der Gravel-Spezialist Felix Stehli griff bereits in der Abfahrt ins Val Müstair bei ca. km 40 an und löste so die spätere Spitzengruppe aus. Urs Huber vermochte sofort nachzusetzen, Martin Fanger und Pascal Kiser folgten zunächst mit etwas Abstand, ebenso Frans Claes. In der folgenden Steigung hinauf nach Döss Radond zogen dann Fanger und Huber ihrerseits das Tempo an und setzten sich ab.
Gemeinsam fuhr das Spitzenduo durchs wunderbare Val Mora, das dank Königswetter einmal mehr ein ganz besonderes fahrerisches und pittoreskes Erlebnis war. Am folgenden Alpisella setzte sich dann wiederum Fanger von Huber ab und baute seinen Vorsprung auf Huber bis ins Ziel auf 6:11 Minuten aus. Fanger absolvierte die anspruchsvolle Runde um den Schweizer Nationalpark in einer Zeit von 5:35:16 Stunden. Dritter wurde der Belgier Frans Claes, der in der Steigung zum Chaschauna-Pass noch zu Stehli aufschloss und diesen zu distanzieren vermochte. Auf der Abfahrt nach Zernez kam es aber nochmals zum Zusammenschluss zwischen Stehli und Claes. Eine Zeit lang fuhr das Duo mit vereinten Kräften durchs Unterengadin. Erst als der Trail Richtung Ardez wieder anstieg, setzte sich Claes ab und sicherte sich – trotz Wespenstich in die Oberlippe – noch den dritten Platz vor Stehli.
Fanger sucht alleine das Weite
Fanger, der in der Vorwoche bereits den Grand Raid BCVS vor Huber gewonnen hatte, zeigte sich sehr zufrieden ob seines neuerlichen Exploits: «Als Stehli angriff, habe ich nachgesetzt. Danach wusste ich um meine Stärke am Berg und habe einfach mein Tempo durchgezogen.» Urs Huber, für den es der letzte Renneinsatz als Elitefahrer auf der Langdistanz war, hatte lobende Worte für Fanger: «Martin ist einmal mehr stark gefahren. Ich bin 15 Kilo zu schwer für den Chaschauna-Pass, an dem ich einmal mehr gelitten habe. Danach habe ich mich auf die Rückfahrt nach Scuol gefreut, die ja mehrheitlich bergab geht. Aber es blies Gegenwind. Deshalb habe ich mich nach hinten abgesichert, dass mein Vorsprung nicht kleiner wird, was mir gut gelungen ist. Das war der 22. Podestplatz bei 23 Starts. Ich denke, auf die Bilanz darf ich stolz sein.» Frans Claes war happy, dass er trotz Wespenstich den Podestplatz erreichen konnte. «Ich bin allergisch auf Insektenstiche. Deshalb ist das nicht selbstverständlich», sagte der in Gunten wohnende Belgier.
Bei den Frauen zeigte Europameisterin Anna Weinbeer eine starke Leistung. Sie setzte sich direkt nach dem Start vom Rest ihrer Konkurrentinnen ab und feierte mit einer Zeit von 6:28:18 Stunden einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Den zweiten Platz sicherte sich Alessia Nay mit einem Rückstand von 40:42 Minuten, die mit diesem Resultat ihre Führung im Gesamtklassement der Bike Marathon Classics nochmals verteidigen konnte. Als Dritte komplettierte die Italienerin Maria Cristina Nisi mit 53:42 Minuten Rückstand das Podest der Frauenkategorie.
Auf ihre Eindrücke angesprochen, sagte Anna Weinbeer im Ziel: «Der Nationalpark-Marathon ist tückisch. Du fährst durch die wunderbare Landschaft und wirst von der beeindruckenden Kulisse eingelullt. Da verliert man gerne die Konzentration oder vergisst zu trinken. Insgesamt ist das Rennen schon hart, vor allem am Chaschauna. Aber das habe ich erwartet – und wurde nicht enttäuscht.» Nicht ganz zufrieden war Alessia Nay, die einzige Bündnerin auf dem Langdistanz-Podium. Sie sagte: «Es ist nicht schlecht gelaufen. Ich brauchte etwas Zeit, bis ich ins Rennen kam. Bergauf hatte ich einen Zweikampf mit Maria Cristina, den ich bergab aber wieder für mich entscheiden konnte. Mit dem zweiten Platz kann ich leben, aber ich hätte gerne den Rückstand auf Anna geringer gehalten.»
Resultate:
Männer (141 km): 1. Martin Fanger (Kägiswil) 5:35:16. 2. Urs Huber (Mettmenstetten) 6:11. 3. Frans Claes (Be/Gunten) 10:40. 4. Felix Stehli (Guntenswil) 12:34. 5. Daniel Widmer (Mühlrüti) 18:20. 6. Fabian Heinzer (Stans) 19:55. 7. Micha Klötzli (Tramelan) 29:18. 8. André Kurmann (Willisau) 32:23. 9. Mattia Pandolfi (It) 32:45. 10. Alessandro Gambino (It) 38:30.
Frauen (141 km): 1. Anna Weinbeer (Basel) 6:28:18. 2. Alessia Nay (Zizers) 40:42. 3. Maria Cristina Nisi (It) 53:42. 4. Selina Rüegg (Klosters) 1:09:03. 5. Lucrezia Zanetti (It) 1:31:11. 6. Rahel Blättler (Scuol) 1:35:29. 7. Deborah Inauen (Appenzell) 1:37:11. 8. Claudia Kuratli (Henau) 1:45:28. 9. Nicole Tschann (Stehrenberg) 2:01:57. 10. Kathrin Bieri (Davos Glaris) 2:11:42.
Männer (107 km): 1. Kevin Pellegrini (It) 4:43:03. 2. Bryan Sbarbaro (Cademario) 6:24. 3. Andrea Franco Stöhr (Bever) 19:57. 4. Sascha Deplazes (Disentis/Muster) 21:48. 5. Pietro Migliazza (It) 22:58. 6. Robin Moser (Einsiedeln) 27:15. 7. Yves-Alain Juan (Fleurier) 28:56. 8. Silvio Hug (Reinach/BL) 29:31. 9. Florian Kuiper (De) 31:27. 10. Hansruedi Manser (Urnäsch) 32:18.
Frauen (107 km): 1. Elodie Python (Boveresse) 5:31:15. 2. Alessia Blumer (Waldstatt) 10:50. 3. Tinetta Thanei (Scuol) 14:38. 4. Roxane Cutilla (Fr) 24:05. 5. Dounia Challandes (Fribourg) 28:25. 6. Anna Indergand (Wetzikon) 32:39. 7. Nina Christen (Buochs) 48:57. 8. Giulia Manser (Urnäsch) 51:01. 9. Jael Miriam Bachmann (Lenzerheide) 51:57. 10. Corinne Menghini (Celerina/Schlarigna) 52:06.
Die 6 Läufe der Bike Marathon Classics
#1 Jura Bike Marathon, 17.Mai 2026, Vallorbe
Sieger/Leader: Tim Smeenge, Ho/Anna Weinbeer
#2 Raid Evolénard FMV, Sonntag, 21. Juni 2026, Evolène (SM)
Schweizer Meister: Casey South/Anna Weinbeer
Sieger: Andreas Seewald, De/Anna Weinbeer
Leader: Frans Claes (Be – Gunten)/Anna Weinbeer
#3 Eiger Bike Challenge, Samstag, 8. August 2026, Grindelwald
Sieger/Leader: Martin Fanger/Alessia Nay
#4 Grand Raid BCVS, Samstag, 22. August 2026, Verbier – Grimentz
Sieger: Martin Fanger/Paula Gorycka-Kurmann
Leader: Martin Fanger/Alessia Nay
#4 Nationalpark Bike-Marathon, Samstag, 29. August 2026, Scuol
Sieger: Martin Fanger/Anna Weinbeer
Leader: Martin Fanger/Alessia Nay
#5 BikeSide MTB-Festival, Sonntag, 27. September 2026, Einsiedeln

















