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Bericht
4. Lauf Bike Marathon Classics
Grand Raid BCVS, Verbier - Grimentz
Samstag, 22. August 2026

Martin Fanger und Paula Gorycka-Kurmann gewinnen Grand Raid BCVS

Das legendäre Mountainbike-Marathonrennen von Verbier über 125 km nach Grimentz endete bei den Männern mit einem Schweizer Doppelsieg Martin Fanger vor Urs Huber. Als Dritter erreichte der Franzose Tristan Arioli das Ziel. Bei den Frauen schwang die in der Schweiz lebende Polin Paula Gorycka-Kurmann deutlich obenaus vor der Französin Margot Moschetti und der Bünderin Alessia Nay.

Das legendäre Mountainbike-Marathonrennen von Verbier nach Grimentz – im Vorjahr noch Schauplatz der Weltmeisterschaften – endete bei den Männern mit dem ersten Triumph von Martin Fanger, der die 125 Kilometer und 5000 Höhenmeter in einer Zeit von 6:19:29 Stunden zurücklegte. «Mit diesem Sieg mache ich nicht nur mich glücklich, sondern ganz besonders auch unseren Teamchef Alain Glassey, der hier auf der Königsdistanz unbedingt den Sieger stellen wollte. Das ist mir heute gelungen», freute sich Fanger und an dessen Seite auch Glassey. Zudem festigte Fanger mit dem erneuten Triumph in der Bike Marathon Classics seine Leaderposition.

Urs Huber «sehr glücklich mit dem Resultat»

Den zweiten Platz erreichte der sechsmalige Rekordsieger Urs Huber mit einem Rückstand von 3:04 Minuten, was einerseits überraschte, andererseits aber auch nicht. Der Mettmenstetter war im Vorjahr als Berufsfahrer zurückgetreten und stand 2025 verletzungsbedingt nur als Zuschauer an der Strecke des Grand Raid BCVS. Als langjähriger Botschafter und bekennender Liebhaber des superharten Bikemarathons im Wallis hatte er sich einen anderen Abschied gewünscht. Die Resultate an den bisherigen Läufen der Bike Marathon Classics deuteten darauf hin, dass Huber auf Revanche sann und weitertrainierte, als ob er nie Abschied vom Spitzensport genommen hat. Ganz klar konnte der 41-jährige Obstbauer auch von seiner langjährigen Erfahrung zehren, die ihm nun ein weiteres Spitzenresultat eingebracht hat. Huber sagte denn auch: «Das ist der Abschied, den ich mir gewünscht hatte. Heute passte einfach alles zusammen, was mich sehr glücklich macht.»

Das Rennen war auf der ersten Hälfte von engen Zeitabständen geprägt. Bis zum Kontrollpunkt Hérémence passierte das spätere Spitzentrio die Zeitmessung innerhalb weniger Sekunden. Die Entscheidung herbeizuführen, gelang Fanger auf dem Streckenabschnitt zwischen Mandelon und Evolène. Während Huber und Arioli für dieses Teilstück knapp 40 Minuten benötigten, absolvierte Fanger die Passage in 37:25. Diesen Vorsprung verteidigte er über die verbleibenden Kontrollpunkte Moiry und den Pas de Lona bis ins Ziel im Val d’Anniviers. In der Laufpassage zum Pas de Lona vermochte der zwischenzeitlich etwas zurückliegende Huber Arioli einzuholen und schliesslich auf den letzten 20 Kilometern entscheidend zu distanzieren.

Hinter dem Spanier Roberto Bou Martin (Platz 4) und dem Niederländer Tim Smeenge (Platz 5) erreichten mit dem überraschenden Matteo Oppizzi (6) und Micha Klötzli (8) zwei weitere Schweizer Platzierungen unter den besten Zehn.

Alessia Nay bleibt Leaderin

In der Frauenkonkurrenz feierte die in der Schweiz lebende Polin Paula Gorycka-Kurmann ihren ersten Start-Ziel-Sieg im Walliser Bikemarathon-Klassiker, nachdem sie im WM-Rennen des Vorjahres den sechsten Rang erreicht hatte. Den zweiten Platz holte sich die Französin Margot Moschetti mit einem Rückstand von 7:31,4 Minuten. Als beste Schweizerin komplettierte Bike-Marathon-Classics-Leadern Alessia Nay aus Zizers das Podium. Die einheimische Stefanie Zahno aus Bürchen schrammte als Vierte mit einem Rückstand von einer knappen halben Stunde am Podium vorbei.

Gorycka-Kurmann setzte sich gleich an die Spitze und passierte Nendaz bereits mit einem Vorsprung von knapp zwei Minuten, den sie auf ihrer Solofahrt zwischenzeitlich auf fast zehn Minuten ausbaute. Erst in der Schlusssteigung und der Tragepassage zum Pas de Lona sowie in der Abfahrt ins Ziel vermochte die zweitplatzierte Moschetti den Rückstand auf Gorycka-Kurmann auf 7:31 Minuten zu verkürzen. Dahinter hielt Nay das Tempo konstant und sicherte sich den Podestplatz vor Zahn. «Gegen Ende des Rennens, als sich abzeichnete, dass der Vorsprung für den Sieg reichen würde, habe ich etwas Druck rausgenommen und bin auch in den Abfahrten auf Nummer sicher gefahren», bilanzierte Gorycka-Kurmann im Ziel.

Resultate  / Classics-Wertung
Männer (125 km): 1. Martin Fanger (Kägiswil) 6:19:29. 2. Urs Huber (Mettmenstetten) 3:04. 3. Tristan Arioli (Fr) 8:13. 4. Roberto Bou Martin (Sp) 12:26. 5. Tim Smeenge (Ho) 13:38. 6. Matteo Oppizzi (Épendes) 16:27. 7. Pierre Billaud (Fr) 23:09. 8. Micha Klötzli (Tramelan) 26:46. 9. Pascal Kiser (Giswil) 27:57. 10. Marek Sülzle (De) 28:55.

Frauen (125 km): 1. Paula Gorycka-Kurmann (Polen/Sz) 7:46:52. 2. Margot Moschetti (Fr) 7:31. Alessia Nay (Zizers) 17:57. 3. Stefanie Zahno (Bürchen) 28:17.

Männer (93 km): Baptiste Houriet (Fey) 5:21:15. 2. Timé Liechti (Tavannes) 8:31. 3. Maxime Deschenaux (Vauderens) 25:03. 4. Nathan Chiffelle (Lignières) 29:43. 5. Louis Vallois (Fr) 30:01. 6. Guillaume Stettler (Chessel) 33:35. 7. Antoine Meyer (Vouvry) 50:29. 8. Baptiste Chesneau (Gumefens) 52:06. 9. Anthony Ambert (Haute-Nendaz) 54:50. 10. Theo Belbezier (Fr) 57:48.

Frauen (93 km): 1. Chrystelle Baumann (Montalchez) 6:12:30. 2. Dounia Challandes (Fribourg) 41:57. 3. Roxane Cutilla (Fr) 51:24. 4. Céline Tornay (Orsières) 1:18:52. 5. Ursina Condrau (Disentis-Mustér) 1:33:18. 6. Alexandra Fadeev (Arbaz) 1:55:21. 7. Annika Marzina (De) 2:02:15. 

Die 6 Läufe der Bike Marathon Classics
#1 Jura Bike Marathon, 17.Mai 2026, Vallorbe
Sieger/Leader: Tim Smeenge, Ho/Anna Weinbeer
#2 Raid Evolénard FMV, Sonntag, 21. Juni 2026, Evolène (SM)
Schweizer Meister: Casey South/Anna Weinbeer
Sieger: Andreas Seewald, De/Anna Weinbeer
Leader: Frans Claes (Be – Gunten)/Anna Weinbeer
#3 Eiger Bike Challenge, Samstag, 8. August 2026, Grindelwald
Sieger/Leader: Martin Fanger/Alessia Nay
#4 Grand Raid BCVS, Samstag, 22. August 2026, Verbier – Grimentz
Sieger: Martin Fanger/Paula Gorycka-Kurmann
Leader: Martin Fanger/Alessia Nay
#4 Nationalpark Bike-Marathon, Samstag, 29. August 2026, Scuol
#5 BikeSide MTB-Festival, Sonntag, 27. September 2026, Einsiedeln