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Bericht
2. Lauf Bike Marathon Classics
Summer Bike Marathon, Château d`Oex
Sonntag, 14. Juli 2024

Wird am Renntag aktualisiert. So lief das Rennen im Vorjahr:
Martin Fanger holt zweiten BMC-Sieg – Paula Gorycka den ersten

Diverse Reifendefekte sorgen für einen spannenden Summer Bike Marathon. Am Ende siegten aber doch die Favoriten. Bei den Herren holte Martin Fanger bereits den zweiten Triumph in der diesjährigen Bike Marathon Classics, vor Hansueli Stauffer, der das Leadertrikot behält und Defektpechvogel Fadri Barandun. Bei den Frauen siegt die polnische Meisterin Paula Gorycka vor Alexandra Zürcher, Marinette Martin. Zücher holt sich damit das Leadertrikot von Stefanie Zahno, die das Ziel als Vierte erreichte.

Die kraftraubenden 3400 Höhenmeter verteilt auf nur 80 Kilometer des Summer Bike Marathons hatten es in sich. Überraschender Regen machte den ohnehin schon anforderungsreichen Parcours vor allem in den steilen Abfahrten noch kniffliger. Das bekam vor allem Fadri Barandun zu spüren. Im Spitzentrio mit Martin Fanger und Hansueli Stauffer fahrend, machte ein Reifendefekt in der Abfahrt von Rodomont, dem höchsten Punkt der Strecke, die Siegambitionen des Bündners schon nach etwa einem Drittel der Distanz zunichte. Fortan duellierten sich Fanger und Stauffer um den Sieg. Nach Saanen, dem letzten Wendepunkt ca. 20 km vor dem Ziel konnte sich Fanger leicht absetzen. Doch ein Reifendefekt holte ihn wieder zurück zu Stauffer. Im Schlusssprint musste sich Stauffer schliesslich um fünf Sekunden von Fanger geschlagen geben.

«Das war mehr Hitchcock-Finale als mir lieb war. Nach einem Reifendefekt in einer Abfahrt musste ich in der folgenden Steigung flicken und nachpumpen. So konnte Hansueli nochmals aufschliessen. Er fuhr im Finale sehr stark», fand Fanger anerkennende Worte für seinen Widersacher. Stauffer sagte: «Ich hatte zunächst Mühe ins Rennen zu finden, fand dann aber doch relativ bald den Anschluss an die Spitze. Das freut mich natürlich, denn ich hatte vor ein paar Tagen im Höhentrainingslager im Engadin einen Sturz und wusste nicht, wie sich das auswirken würde. Martin ist ein sehr starker Sprinter. Deshalb muss ich mit dem Resultat zufrieden sein.» Weniger happy war Barandun: «Ich hab in der Abfahrt einen Stein blöd erwischt und konnte nicht richtig flicken. Das hat mich viel Zeit gekostet. In der nächsten Tech-Zone musste ich das Rad wechseln.» Immerhin habe er nun den Beweis, dass die Form gut sei. Das stimme ihn positiv im Hinblick auf die Schweizer Meisterschaft in vier Wochen am Eigerbike und die grossen Marathons des zweiten Saisonhälfte.

Adrien Chenaux erreichte als bester Westschweizer das Ziel als Vierter und äusserte sich sehr zufrieden: «Normalerweise sind Fanger und Stauffer bergauf und bergab stärker als ich. Am ersten Berg konnte ich dennoch gut mithalten und habe den hohen Rhythmus einfach durchgezogen. Das hat enorm Spass gemacht, auch weil mir die Strecke sehr gut gefällt.»

Bei den Frauen feierte Paula Gorycka einen nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg. «Ich habe dieses Rennen im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Schottland bestritten und wollte natürlich gewinnen. Es war sehr hart, aber auch schön. Die technisch schwierigen Abschnitte kamen mir entgegen. Ich liebe das», schwärmte die die polnische Meisterin. Auch die zweitplatzierte Alexandra Zürcher zeigte sich zufrieden. Sie sagte: «Besser als ich erwartet habe. Das kontrollierte Risiko in den Abfahrten hat sich gelohnt – auch wenn ich in der letzten Abfahrt noch gestürzt bin.»

Züricher, die das Classics-Gesamtklassement bereits im Vorjahr gewonnen hat, holt sich damit das Leadertrikot von Stefanie Zahno, die das Ziel als Vierte erreichte. Dritte wurde Marinette Martin: «Das Resultat ist für mich nur teilweise eine Überraschung. Ich wusste, dass ich besser bin als letztes Jahr. Aber ob es für einen Podestplatz reicht, war ungewiss. Ich konnte sehr gut leiden und bin an mein Limit gegangen.»

Eine starke Leistung lieferte auch Mitteldistanz-Leader Julien Vuilliomenet, der diesmal über die Langdistanz startete und als Tagessechster in seiner Kategorie sogar gewann. Dank seines grossen Punktevorsprungs bleibt er Leader auf der Mitteldistanz. Nicht so bei den Frauen, wo sich diesmal Luana Gyr als neue Leaderin feiern lassen konnte. Ihr genügte der zweite Platz.

Der 4. Lauf der Bike Marathon Classics findet am Samstag, 12. August 2023 an der Eiger Bike Challenge in Grindelwald statt und ist zugleich als Schweizer Marathonmeisterschaft ausgeschrieben.

Resultate / Classics-Wertung
Herren (80 km): 1. Martin Fanger (Genf) 4:01:48. 2. Hansueli Stauffer (Sigriswil) 0:05. 3. Fadri Barandun (Samedan) 9:49. 4. Adrien Chenaux (Fribourg) 13:29. 5. Jeremias Marti (Willisau) 14:59. 6. Pascal Nay (Zizers) 22:32. 7. Sandro Trevisani (La Tour-de-Trême) 27:32. 8. Tobias Lüthi (Walliswil bei Wangen) 29:25. 9. Damian Perrin (Bern) 32:08. 10. Antoine Meyer (Vouvry) 54:13.

Frauen (80 km): 1. Paula Gorycka (Pol) 5:00:25. 2. Alexandra Zürcher (Latterbach) 08.13. 3. 3. Marinette Martin (Château d`Oex) 19:52. 4. Stefanie Zahno (Bürchlen) 21:03. 5. Barbara Liardet (St-Oyens).

Die 5 Läufe der Bike Marathon Classics
#1 Raid Evolénard FMV, Sonntag, 9. Juni 2024, Evolène
#2 Summer Bike, 14. Juli 2024, Château-d`Oex
#3 Eiger Bike Challenge, Samstag, 10. August 2024, Grindelwald
#4 Grand Raid BCVS, Samstag, 24. August 2024, Verbier – Grimentz
#5 BikeSide MTB-Festival, Sonntag, 22. September 2024, Einsiedeln