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Bericht
5. Lauf Bike Marathon Classics
o-tour Bike-Marathon, Alpnach
Sonntag, 10. September 2022

Urs Huber gewinnt an der O-Tour den fünften Schweizer-Meistertitel

Garstiges Wetter mit Schnee auf dem Glaubenberg machte den O-Tour-Bike-Marathon-Teilnehmern zu schaffen. Mit Urs Huber und Katazina Sosna, bzw. Ariane Lüthi gab es aber keine Zufallssieger.

Sie waren nicht zu beneiden, die 680 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am Sonntag trotz garstigen Bedingungen am O-Tour-Bike-Marathon teilnahmen, der zugleich als Schweizer Meisterschaft zählte. Auf Langis gab es temporär sogar Schneeflocken, was dazu führte, dass es zu etlichen Aufgaben wegen Unterkühlung kam. Das unwirtliche Wetter band auch SM-Medaillenanwärter Martin Fanger zurück. Der Kernser verlor bereits in der ersten Steigung nach Rickmettlen den Kontakt zur Spitzengruppe mit allen Favoriten. Wegen der Kälte auf dem Weg zum Langis konnte er nicht mehr zusetzen und in der Abfahrt zur ersten Zieldurchfahrt in Alpnach hatte er derart klamme Finger und kam ins Schlottern, dass er sogar ans Aufgeben dachte. Fanger erreichte das Ziel schliesslich als 13. mit mehr als 17 Minuten Rückstand und war ziemlich enttäuscht. Ob er nach diesem Rückschlag an der WM in zwei Wochen im Wallis teilnimmt, konnte er noch nicht sagen.

Auch Titelhalter Urs Huber kämpfte mit der Kälte. Dennoch vermochte er sich zusammen mit Vorjahressieger Hansueli Stauffer und dem Südafrikaner Philip Buys in der Steigung zu Rickmettlen vom Rest abzusetzen. Doch auch Buys wurde ein Opfer der Kälte und gab nach Langis auf. Die beiden Teamkollegen Huber und Stauffer zogen ihr Tempo durch. Huber sicherte sich schliesslich den fünften Schweizermeistertitel, Stauffer wurde zum vierten Mal Zweiter. Spannend wurde es noch im Kampf um die Bronzemedaille. In der Schlusssteigung zum Ächerlipass sah es so aus, als ob Newcomer Michael Stünzi den dritten Platz holen könnte. Doch dann drehte der erste 21-jährige Schweiz-Australier Casey South auf und fuhr noch auf Rang drei vor.

«Die Verhältnisse erinnerten mich an meinen ersten Titelgewinn 2011 am Nationalpark Bike-Marathon, als das Rennen wegen Schnee auf dem Chaschauna-Pass sogar abgebrochen werden musste», sagte Huber im Ziel. Er freue sich sehr über den erneuten Titelgewinn. «Klar, bin ich der Favorit gewesen. Doch bei diesen Verhältnissen muss man das Rennen zuerst bestehen.» Stauffer konnte eine leise Enttäuschung nicht verbergen, musste sich aber eingestehen, dass Huber klar der Stärkere gewesen war. «Über weite Strecke sind wir zusammen gefahren, um die Führungsarbeit aufzuteilen. Bergab haben wir nichts riskiert. Es ging schliesslich um den Titel», erklärte Stauffer die Taktik und fügte an: «Nach einer nicht so erfolgreichen Saison ist diese Silbermedaille Gold für mich wert.» Wie Fanger verpasste auch Casey South in der ersten Steigung die Spitzengruppe. Er sagte: «Zwischenzeitlich wurde ich bis auf den 15 Platz durchgereicht. Doch ich liess mich nicht nervös machen und holte kontinuierlich wieder auf. Das ich am Ächerlipass noch bis auf den dritten Platz vorfahren konnte, kam auch für mich überraschend und stellt mich extrem auf.»

Bei den Frauen war wie bereits vor Wochenfrist am Nationalpark Bike-Marathon erneut die Littauerin Katazina Sosna die Schnellste. Das Duell und dem Schweizermeistertitel entschied auf dem folgenden Platz Ariane Lühti für sich; es war bereits der vierte Titelgewinn für die Thunerin. Nach einer ziemlich verkorksten Saison liess sie im Ziel ihren Tränen freien Lauf. Esther Süss sicherte sich die Silbermedaille vor der Edlibacherin Andrea Ming. Süss holte sich damit wie Huber auch die Schlussertung der Bike Marathon Classics. Die Romandes Florence Darbellay gab das Rennen unterkühlt auf.

Bester Fun-Fahrer wurde zum dritten Mal in Folge Norbert Amgarten. Der 39-Jährige Sarner erreichte das Ziel als 17. inmitten des Elitefeldes. Am Iron Bike Race in zwei Wochen in Einsiedeln wird ihm der erneute Gesamtsieg in der nationalen Bike Marathon Classics nicht mehr zu nehmen sein. Er sagte: «Die Regenjacke im Langis hat mich gerettet für den zweiten Streckenteil. Danach lief`s erstaunlich gut. Der Regen hat mein Bike gleich wieder vom Dreck befreit.»

Den Halbmarathon gewann Crosscountry-Junioren-Weltmeisterin Jacqueline Schneebeli aus Hauptikon, bei den Männern der ebenfalls erst 18-Jährige Livio Camenzind aus Schwyz.

Nach neun Jahren zum letzten Mal an der Spitze des Rennens amtete Kari Langensand. Der Gastronom aus Alpnach wird 2020 von OK-Präsidentin Marion Imfeld abgelöst, die bisher fürs die Rekrutierung des Personals zuständig war.

Resultate / Gesamtklassement (zählt auch als Bikemarathon-Schweizermeisterschaft)
Männer (86 km): 1. Urs Huber (Mettmenstten) 3:56:25. 2. Hausueli Stauffer (Sigriswil) 0:21. 3. Casey South (Matzingen) 1:28. 4. Michael Stünzi (Grüsch) 3:47. 5. Riccardo Chiarini (It) 8:00. 6. Jeremias Marti (Gettnau) 8:44. 7. Oliver Zurbrügg (Lauterbrunnen) 8:51. 8. Andrin Beeli (Sagogn) 8:56. 9. Matthys Beukes (RSA) 9:18. 10. Marc Stutzmann (Rüfenacht, BE) 10:48.

Frauen (86 km): 1. Katazina Sosna (Lit) 4:57:14. 2. Ariane Lüthi (Gunten) 3:18. 3. Esther Süss (Küttigen) 14:53. 4. Andrea Ming (Edlibach) 23:50. 5. Irina Lützelschwab (Wallbach) 33:35.

Halbmarathon

Männer (45 km): 1. Livio Camenzind (Schwyz) 2:17:36. 2. Elias Auf der Maur (Unteriberg) 3:11. 3. Ramon Christen (Ennetbürgen) 3:44. 4. Bruno Horath (Unteriberg) 5:39. 5. Christian Kälin (Bennau) 5:40.

Frauen (45 km): 1. Jacqueline Schneebeli (Hauptikon) 2:36:43. 2. Alexandra Zürcher (Oey) 15:28. 3. Margrit Abächerli (Erstfeld) 16:43.

Die 6 Läufe der Bike Marathon Classics
04.06.2022, Ortler Bike Marathon, Graun, It
19.06.2022 Raid Evolenard, Evolène
03.07.2022, BerGiBike, Fribourg/Bulle/FR (CS)
13.08.2022, Eiger Bike Challenge, Grindelwald/BE
10.09.2022, o-tour bike marathon Obwalden, Alpnach/OW
25.09.2022, Iron Bike Race, Einsiedeln/SZ
Die Gesamtsieger 2019: Urs Huber/Esther Süss