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Bericht
5. Lauf Garmin Bike Marathon Classics
o-tour Bike-Marathon, Alpnach (Schweizer Meisterschaft)
Sonntag, 8. September 2019

BERICHT 2018 - wird am Renntag aktualisiert:

Hansueli Stauffer und Ariane Lüthi gewinnen o-tour - Stauffer neuer Leader

Hansueli Stauffer gewinnt erstmals den O-Tour-Marathon und wird neuer Leader der Bike Marathon Classics. Favorit Urs Huber erleidet in der Abfahrt vom Ächerli einen Schleicher, muss nachpumpen und wird Zweiter vor Martin Fanger. Bei den Frauen nimmt das Rennen den gleichen Verlauf. Bike-Marathon-Classics-Leaderin Esther Süss muss am Ächerli nachpumpen und wird Zweite hinter Ariane Lüthi. Dritte wird Andrea Ming.

Urs Huber brachte es im Ziel auf den Punkt: «Diesmal hatte ich Defektpech. Sonst war es oft Hansueli. Er ist heute stark gefahren und hat sein Rennen klug eingeteilt», lobt der Seriensieger, nachdem er als Zweiter über die Ziellinie gerollt war. Das Klassement hatte bereits an den Flanken des Pilatus erste Konturen erhalten. Unter dem Tempodiktat von Huber zeigte die Spitzengruppe in der Steigung zur Lütholdsmatt Zerfallserscheinungen. Nur der frühere belgische Meister Frans Claes, Andreas Moser und Hansueli Stauffer vermochten das Hinterrad Hubers zu halten. In der Abfahrt vom Langis übernahm dann der Defektteufel die Rennregie. Frans Claes erlitt einen Hinterraddefekt und musste einen Schlauch einlegen, verlor bei der Reparatur jedoch mehrere Minuten und damit den Anschluss an die Spitze.

Zu Huber gesellte sich neben Stauffer in der Folge auch der Obwaldner Martin Fanger. In den steilen Rampen hinüber zum Ächerlipass drückte Huber jedoch abermals aufs Tempo. Fanger musste ihn ziehen lassen. Vom Tempoforcing nicht nervös machen liess sich Stauffer, der unbeirrt seinen Rhythmus fuhr. Das sollte sich auszahlen, wie sich kurz darauf herausstellte. Erneut schwang der Defektteufel sein Zepter. Diesmal traf es Huber: Schleichender Luftverlust im Hinterreifen. Der Mettmenstetter musste anhalten, um nachzupumpen. Stauffer konnte die Führung übernehmen, die er bis ins Ziel verteidigte. Mit dem Sieg entthronte er den bisherigen Leader Adrien Chenaux, der das Ziel als Fünfter erreichte.

«Ich bin den Ächerlipass bewusst sachte angegangen, konnte aber dennoch bald Martin Fanger einholen, da ich Urs Huber nicht ziehen lassen wollte. Als ich ihn dann vor mir gesehen habe, war das für mich wie ein Motivations-Booster, der auch neue Kräfte freisetzte. Ich hatte ihn beinahe eingeholt, als er wegen des Plattens anhalten musste. Da habe ich natürlich voll durchgezogen», erklärte Stauffer, der sich sehr über seinen Sieg freute. Huber räumte ein: «Natürlich wollte ich vier Wochen nach meinem Schlüsselbeinbruch nicht mit vollem Risiko in die Abfahrt vom Acherlipass gehen. Ich bin zufrieden mit meinem Resultat und gönne Hansueli den Sieg.» Martin Fanger erklärte seinen Rückstand in der ersten Steigung mit seinem etwas schwereren Arbeitsgerät: «Ich bin heute ein vollgefedertes Bike gefahren, dass etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt, wie die Hardtails meiner Mitstreiter. Der Rückstand hat mich aber nicht beunruhigt. Wie erwartet konnte ich den fahrtechnisch anspruchsvolleren Abfahrten rasch wieder aufholen.» Am Ächerli habe sich das Spiel dann wiederholt. Huber zog weg und auch Stauffer konnte überholen. Fanger sagt: «In der Abfahrt konnte ich den Rückstand nicht mehr wettmachen. Mit all den Steinen im Trail und den Mitstreitern der kürzeren Runde war mir das Risiko zu gross, Vollgas zu geben.»

Bei den Frauen freute sich Ariane Lüthi über den zweiten O-Tour-Triumph nach 2013. Sie sagt: «Für mich ist es wichtig zu wissen, dass die Form im Hinblick auf die bevorstehende Marathon-WM stimmt. Dass ich dies mit dem O-Tour-Sieg bestätigen konnte, ist natürlich super.» Esther Süss konnte in der Steigung zum Ächerlipass etwas Vorsprung herausfahren, stand dann aber wie Huber plötzlich an der Strecke, um einen schleichend Luft verlierenden Reifen nachzupumpen. Aber auch Lüthi kam nicht ganz ohne Probleme über die Runden: «Ich bin beim Römerweg ausgerutscht und hingefallen. Dabei hat sich der Sattel verstellt. Ich konnte ihn aber wieder richten. Zum Glück hat mich das nicht viel Zeit gekostet.» Süss nahm ihre Niederlage gelassen: «Lieber den Platten heute als nächste Woche an der Marathon-WM oder übernächste Woche an der Schweizermeisterschaft am Iron Bike in Einsiedeln.» Dir drittplatzierte Andrea Ming konnte zu Beginn gut mit den besten zwei mithalten, verlor dann aber in der Steigung zu Richmettlen bei Kilometer zwölf den Anschluss. «Für mich war der Beginn sehr angenehm. Ich dachte, die fahren nicht voll. Irgendwann haben sie dann tatsächlich hochgeschaltet. Da musste ich sie ziehen lassen. Die Abfahrten waren glitschig, deshalb habe ich nichts riskiert», sagte Ming.

Norbert Amgarten führt seine diesjährige Überlegenheit in der Fun-Kategorie – der Kernser führt in der Bike Marathon Classics mit einer makellosen Siegesserie – auf seine Erfahrung zurück. Bereits in den beiden Vorjahren konnte er den Gesamtsieg einheimsten und gewann erneut in Alpnach. Ebenso Jeremias Marti auf der Mitteldistanz, wo der Bündner Fadri Barandun sein Leadertrikot aber behielt. Barandun erreichte das Ziel als Vierter. Bei den Frauen gewann die Luzernerin Renata Bucher zum zweiten Mal nach 2015. «Die O-Tour ist noch immer mein Heimrennen und bei dem wunderbaren Wetter macht es einfach Spass, teilzunehmen.» Neben anderen Marathon-Wettkämpfen bezeichnet Bucher das Biken noch immer als «Herzensangelegenheit.» Leaderin bleibt Michèle Wittlin, die das Ziel als Sechste erreichte.

Resultate / Gesamtklassement
Herren (86 km): 1. Hansueli Stauffer (Sigirswil) 3:46:06. 2. Urs Huber (Mettmenstetten) 1:18. 3. Martin Fanger (Genf) 2:55. 4. Andreas Moser (Madiswil) 7:04. 5. Adrien Chenaux (Fribourg) 7:20. 6. Emeric Turcat (Lausanne) 10:23. 7. Roger Jenni (Jenaz) 11:28. 8. Konny Looser (Hinwil) 12:37. 9. Andreas Kleiber (De) 13:45. 10. Marc Stutzmann (Rüfenacht, BE) 19:25.

Frauen (86 km): 1. Ariane Lüthi (Thun) 4:32:41. 2. Esther Süss (Küttigen) 3:05. 3. Andrea Ming (Neerach) 24:15. 4. Janine Schneider (De) 35:59. 5. Antonia Bünter (Bern) 46:15.

Herren (45 km): Jeremias Marti (Gettnau) 2:04:36. 2. Simon Brändli (Zürich) 4:11. 3. Lars Zumstein (Samedan) 6:15. 4. Fardri Barandun (Samedan) 6:17. 5. Stijn Appel (Ho) 7:58. 6. Andreas Plüss (Aarburg) 9:28. 7. Janis Spescha (Chur) 9:38. 8. Silva Kälin (Unteriberg) 9:52. 9. Patrick Zürcher (Oey) 10:21. 10. Hansjürg Brügger (Frutigen) 10:56.

Frauen (45 km): 1. Renata Bucher (Luzern) 2:38:36. 2. Tanja Blickenstorfer (Horgen) 4:21. 3. Alexandra Lehmann (Oey) 6:34. 4. Fabienne Niederberger (La Tour-de-Trême) 8:03. 5. Margrit Abächerli (Erstfeld) 11:17.

Die 6 Läufe der Bike Marathon Classics
01.06.2019, Ortler Bike Marathon, Glurns, It
23.06.2019, Celsius BerGiBike, Fribourg/Bulle/FR
11.08.2019, Eiger Bike Challenge, Grindelwald/BE
31.08.2019, Nationalpark Bike-Marathon, Scuol/GR
08.09.2019, o-tour bike marathon Obwalden, Alpnach/OW (SM)
22.09.2019, Iron Bike Race, Einsiedeln/SZ
Die Gesamtsieger 2019: Urs Huber/Ariane Lüthi