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Bericht
2. Lauf Bike Marathon Classics
Groupe e Celsius BerGiBike, Fribourg – Bulle
Sonntag, 24. Juni 2018

Urs Huber und Esther Süss gewinnen BerGiBike

Urs Huber ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und gewinnt zum ersten Mal das groupe e celsius BerGiBike vor Vorjahressieger Adrien Chenaux und Hansueli Stauffer, der den Wettkampf 2016 für sich entschieden hatte. Bei den Frauen triumphierte mit Esther Süss ebenfalls die Favoritin vor Ilona Chavaillaz und der jungen Deutschen Verena Huber.

Das diesjährige Groupe e Celsius BerGiBike startete hektisch. Bereits in der steilen Loreto-Steigung ausgangs Freiburg zog Hansueli Stauffer das Tempo an und initiierte die erste Fluchtgruppe, der auch BiXS-Teamkollege und Schweizermeister Konny Looser sowie Vorjahressieger Adrien Chenaux und Urs Huber angehörten. Als Folge splittete sich das Peloton in mehrere Verfolgergruppen auf, die sich bis km 20 aber nochmals zusammenschlossen. Erst in der Hauptsteigung zum La Berra formierte sich erneut das Quartett Stauffer, Looser, Huber und Chenaux, das aber bald zum Duo Huber/Chenaux wurde. Looser erwischte in der Abfahrt einen Platten, musste einen Schlauch einlegen und gab den Wettkampf später auf. In der Schlusssteigung zum Gibloux konnte sich Huber von Chenaux lösen und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel. Zweiter wurde Chenaux vor Stauffer.

Huber: «Als Hausueli zu Beginn das Tempo anzog, hatte ich Mühe, bin dann aber immer besser ins Rennen gekommen. Die Zusammenarbeit mit Adrien hat gut geklappt. Es war für mich wertvoll, dass er bei mir war, denn er kennt die Strecke wesentlich besser als ich. Ich bin 2012 das bisher einzige Mal hier gestartet, hatte damals aber ein Problem mit dem Sattel und musste aufgeben.» Huber dachte zunächst, dass es zu einer Sprintentscheidung kommen würde. Doch in der Steigung zum Gibloux habe er gemerkt, dass Chenaux Mühe bekundete seinem Tempo zu folgen. «Da habe ich meinen Rhythmus durchgezogen. Doch Adrien gibt nie auf. Das ist sehr bewundernswert. Im Finale auf den langen Geraden blieb ich stets in seiner Sichtweite und musste deshalb aufpassen, dass sich die Lücke nicht mehr schliesst», sagte der neue Swiss-Bike-Classics-Leader Huber anerkennend.

Auf Chenaux sparte nicht mit Lob für seinen Kontrahenten. Er sagte: «Hinter Urs Zweiter zu werden, ist wie ein Sieg für mich! Für mich war es wichtig, die Steigung zu La Berra vor Huber zu fahren, denn das ist für mich als Freiburger gewissermassen der Hausberg. Entsprechend gross ist die Symbolwirkung dieses Bildes. Das habe ich geschafft. Am Schluss fehlte mir die Kraft, um am Gibloux das Hinterrad von Huber zu halten. Aber ich bin dennoch sehr zufrieden.»
Stauffer sagte: «Das BerGiBike war für mich ein Zwischenziel. Nächste Woche findet in Spanien die Ultrabikemarathon-EM statt. Da möchte ich den Titel holen.»

Bei den Fun-Fahrern triumphierte wie schon am Ortler Bike-Marathon Norbert Amgarten, der seine Führung in der Bike-Marathon-Classics damit weiter ausbaut.

Bei den Frauen realisierte Esther Süss einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Marathon-Weltmeisterin von 2010 sagte: «Ich bin im Moment etwas erkältet. Deshalb wusste ich nicht, ob die Kraft bis zum Schluss für den Sieg reicht. Es lief dann aber erstaunlich gut und ich konnte sogar die herrlichen Trails und die schöne Aussicht vom Berra aufs Greyerzerland genissen.» Für die 44-Jährige läufts derzeit wie am Schnürchen. Ausser am Marathon in Singen stand sie bisher in dieser Saison an jedem Rennen zuoberst auf dem Podium, zu dem sie gestartet war. Die zweitplatzierte Romande Ilona Chavaillaz war nicht wirklich enttäuscht, dass sie wie im Vorjahr wieder Zweite wurde: «Hinter Esther Zweite zu werden, ist für mich wie ein Sieg», sagte Chavaillaz. Das Feld sei mit Süss, Cornelia Hug und Andrea Ming so hochkarätig besetzt gewesen, dass sie nicht damit gerechnet habe, wieder zweite werden zu können. Überraschend schnappte sich die Deutsche Verena Huber den dritten Platz – wenige Sekunden vor Andrea Ming. Die 24-jährige Huber bestreitet erst seit zwei Jahren Bike-Marathons und bekundete in den Abfahrten noch etwas Mühe mit dem ruppigen Terrain. «Aber es läuft mit jedem Rennen besser», freute sich die Schwarzwälderin, die ihre Brötchen als technische Zeichnerin verdient für seit diesem Jahr für das jb-Felt-Brunex-Team von Lisa und Joe Broder startet. «Extra für die Marathons», wie sie betont.

Auf der Mitteldistanz triumphierte Fadri Barandun, der sich damit auch das Classics-Leadertrikot sicherte wie Michèle Wittlin bei den Frauen.

Die Resultate:

Männer (79 km): 1. Urs Huber (Mettmenstetten) 3:20:46. 2. Adrien Chenaux (Fribourg) 0:24. 3. Hansueli Stauffer (Sigriswil) 4:51. 4. Andreas Moser (Madiswil) 9:31. 5. Emilien Barben (Chez-le-Bart) 11:38. 6. Arnaud Rapillard (Saillon) 11:39. 7. Marc Stutzmann (Rüfenacht, BE) 12:03. 8. Roger Jenni (Jenaz) 14:25. 9. Anthony Grand (St-Légier) 14:25. 10. Rémy Dénervaud (Les Sciernes-d`Albeuve) 20:00.

Frauen (79 km): 1. Esther Süss (Küttigen) 4:02:05. 2. Ilona Chavaillaz (Sommentier) 5:49. 3. Verana Huber (De) 12:14. 4. Andrea Ming (Neerach) 13:07. 5. Cornelia Hug (Unterlangenegg) 18:28. 6. Janine Schneider (De) 23:23. 7. Céline Farner (Schönenwerd) 38:41. 8. Alessia Nay (Zizers) 49:56. 9. Laure Baudois (Charmey) 50:24. 10. Sarah Merminoud (Fribourg) 50:31.

Männer (36 km): 1. Fadri Barandun (Samedan) 1:24:55. 2. Marc Slinger (Bulle) gl. Zt. 3. Pascal Kiser (Giswil) 0:40. 4. Stefan Wüthrich (Uttingen) 0:57. 5. Joaquim Carmo (Zug) 1:18.

Frauen (36 km): 1. Michèle Wittlin (Liestal) 1:31:29. 2. Tanja Blickensdorfer (Horgen) 9:12. 3. Marinette Martin (Les Moulins) 10:57. 4. Alexandra Lehmann (Oey) 11:16. 5. Susanne Tanner (Luzern) 13:37.

Die 6 Läufe der Garmin Bike Marathon Classics
02.06.2018, Ortler Bike Marathon, Glurns, It
Sieger/Leader: Juri Ragnoli, Esther Süss
24.06.2018, Celsius BerGiBike, Fribourg/Bulle/FR
Sieger/Leader: Urs Huber, Esther Süss
12.08.2018, Eiger Bike Challenge, Grindelwald/BE
25.08.2018, Nationalpark Bike-Marathon, Scuol/GR (CS)
09.09.2018, o-tour bike marathon Obwalden, Alpnach/OW
30.09.2018, Iron Bike Race, Einsiedeln/SZ
Die Gesamtsieger 2017: Konny Looser/Esther Süss